Paddock-Trail für Kleintiere

Rund um den Coronavirus COVID-19 spielt die Welt gerade ziemlich verrückt. Vorsichtsmaßnahmen müssen getroffen werden um uns, und vor allem unsere schwächeren Mitmenschen, davor zu schützen. Besonders die Aussicht auf „häusliche Quarantäne“ versetzt viele Menschen in Angst und Schrecken. Die Vorstellung 20 Tage lang im eigenen Zuhause eingesperrt zu sein, behagt den meisten überhaupt nicht.

Obwohl wir es doch schön haben zu Hause, uns mit Zeitschriften, Spielen und vielleicht sogar Sportgeräten beschäftigen können, kommt der Hausarrest einer Strafe gleich. An wen erinnert uns das bloß? Wer hat fast immer nur seine eigenen vier Wände und die gleiche „Einrichtung“ zur Verfügung? Richtig – unsere Kleintiere. Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster & Co wohnen das ganze Jahr über in ihrem Käfig. Für deren Größe gibt es inzwischen tierschutzrechtliche Standards. Vier Mal hoppeln muss das Tier auf einer Ebene können, damit das Zuhause den Regeln entspricht. Im Vergleich dazu haben wir Menschen ja direkt viel Platz in unserer Wohnung. Die meisten Käfige enthalten dann noch ein Häuschen, eine Heuraufe, einen Tunnel, ein Sandbad, ein Laufrad oder ähnliche Einrichtungsgegenstände. Vergleichbar mit unserem Bett, unserer Küche, dem Home Trainer, der Couch und der Yogamatte.

Bei unseren Kleintieren gehen wir davon aus, dass sie mit dieser Ausstattung ihres Zuhauses dauerhaft glücklich sind, während wir ausflippen wenn auch nur die Möglichkeit besteht, dass wir 20 Tage in unserem liebevoll eingerichteten Zuhause bleiben müssen. Wir alle hoffen, dass dieser Ausnahmezustand mit Quarantäne und Kontaktverboten nicht lange anhält und wir uns nicht, ebenso wie unsere Nager, daran gewöhnen müssen auf begrenztem Platz zu leben. Überlegen wir uns lieber, was wir machen könnten, um unseren Fellnasen den Alltag schöner und aufregender zu gestalten. Nicht jeder hat die Möglichkeit ein halbes Zimmer in ein Kaninchenparadies umzubauen oder für den Sommer ein großes Freigehege im Garten aufzustellen, wenn auch ein bisschen frische Luft im Garten oder auf dem Balkon für jedes Tier gewährleistet sein sollte.

In der Pferdewelt gibt es ein Konzept, das sich immer größerer Beliebtheit erfreut, und relativ einfach auch für Kleintiere abgewandelt werden kann. Der Paddock-Trail. Für Pferde bedeutet dies, dass ihnen anstatt einer Box oder eines kleinen Auslaufs längere Wege mit verschiedenen Stationen bzw. Attraktionen zur Verfügung stehen. Dies animiert sie, sich mehr zu bewegen und bietet ihnen verschiedene Reize an. Von unterschiedlichen Böden, über sandige Stellen zum Wälzen, bis hin zu verschiedenen Futter- und Wasserangeboten ist alles dabei. Und wenn man die zahlreichen Facebookgruppen zum Thema beobachtet, stellt man fest dass die meisten Betreiber eines solchen Paddock-Trails auch regelmäßig etwas verändern. Hier eine Knabberstation dazu, dort vorübergehend abgezäunt weil der Boden zu matschig wird, an einer anderen Stelle kommt eine Heustation hinzu, usw. Das heißt es gibt immer wieder Neues zu erleben für die Pferde.

Genau dieses Konzept – Wege zu schaffen und interessante Elemente anzubieten – kann man auch super in einem Kleintier-Zuhause umsetzen. Durch Raumtrenner wie Holzblöcke, Häuschen oder ein Sandbad, ist es ganz einfach möglich den Tieren verschiedene Wege abzutrennen, denen sie folgen müssen um von A nach B zu kommen. Natürlich können die meisten Nager auch oben drüber und nicht nur rundherum, aber auch das ist ja ein gutes Workout. Auch Futter- und Wasserstationen umzupositionieren, bringt Schwung in den Alltag der Kleinen. Manche Attraktionen, wie Äste, Knabberstangen oder auch gewisse Raumtrenner kann man auch abwechselnd in den Käfig stellen, sodass immer wieder etwas neues (oder zumindest etwas, das länger nicht da war) dazu kommt, während etwas altbewährtes vorübergehend verschwindet.

Schießt man nun übers Ziel hinaus und stellt jeden Tag den ganzen Käfig um, führt das wohl eher zu Stress als zu Abwechslung für die Tiere. Ca. 1x pro Woche ein paar Elemente umzustellen, einen neuen Weg zu bauen und den Kleintieren eine neue Attraktion (wie zB unser tolles Nager-Laufrad aus Edelstahl) zu bieten, bietet für viele Nager aber eine willkommene Abwechslung zum Alltagstrott und wertet die Behausung deutlich auf.

Natürlich ist es wichtig, seine Tiere zu beobachten und sicherzustellen dass diese vor allem die Wasserschüssel und das Heu rasch wieder finden. Sollte das ein Problem sein, macht es Sinn diese wichtigen Versorgungsstellen nicht zu verändern, sodass sie immer leicht zu finden sind. Die meisten cleveren Nager haben das Spiel aber schnell verstanden und gehen nach jeder Umstrukturierung mit viel Elan auf Erkundungstour.

Vielleicht können wir die momentan schwierige Situation zum Anlass nehmen, dafür dankbar zu sein dass wir uns 99% unseres Lebens, solange nicht wie jetzt unsere Gesundheit und die unserer Mitmenschen in Gefahr ist, frei bewegen können. Und im Gegenzug für dieses Privileg versuchen, unseren Tieren – ob groß oder klein – ebenfalls so viel gesicherten Freigang, Bewegung und Abwechslung wie möglich zu bieten.

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