10 Tipps gegen das Wintertief

Abwechslung und Bewegung sind auch im Winter wichtig: Hier findet ihr ein paar Tipps, wie man in der kalten Jahreszeit Stoffwechsel & Stimmung ankurbeln und dabei auch die Beziehung zu seinem Pferd verstärken und vertiefen kann.

 

  1. Sich führen lassen

Du bittest jemanden, dein Pferd im Schritt zu führen oder zu longieren, sodass du dich einmal ganz auf die Bewegungen des Pferdes konzentrieren kannst. Du kannst auch für einige Zeit die Augen schließen oder z. B. mit den Armen verschiedene Bewegungen ausprobieren. Wenn du einen Voltigiergurt zur Verfügung hast, kannst du auch ein bisschen experimentieren – rückwärts oder seitwärts auf dem Pferd zu sitzen, ist ein ganz neues Bewegungserlebnis.

Warum: Wir verlassen uns so sehr auf unsere Augen und gewohnte Muster, dass wir manchmal vergessen, uns richtig auf die Bewegung des Pferdes einzulassen. Zwischendurch mal auf unsere Augen zu verzichten und nur zu fühlen, kann manchmal mehr an festgefahrenen Fehlern und Problemen zwischen Pferd und Reiter ändern als viel Training.

 

  1. Ein geselliger Ausritt

Der Boden draußen ist zu rutschig zum Ausreiten und deshalb soll man auf die netten Gespräche und das „Seele baumeln lassen“ eines Ausritts verzichten? Muss nicht sein! Ein Ausritt kann zur Abwechslung auch mal am Reitplatz stattfinden. Gemütlich spazierenreiten kann man auch innerhalb der eigenen vier Zäune. Auch für die Pferde kann man die Sache etwas spannender gestalten, indem man ein paar Stangen in unregelmäßigen Abständen auf den Boden legt.

Warum: Manchmal hat man einfach keine Lust, sich ein sinnvolles Programm für eine Trainingseinheit – egal welcher Art – auszudenken und dann macht es auch keinen Sinn, sich dazu zu zwingen. Es kommt beim Pferd besser an, dann einfach gemeinsam gemütlich zu flanieren. Mit einem kleinen Hindernis wie den Stangen am Boden ist sogar noch eine Übung integriert. Das Pferd lernt besser aufzupassen, wo es hintritt und auch für den Reiter ist es eine gute Balanceschulung.

 

 

  1. Blinder Passagier

Für diese Übung ist ein abgeschlossener Bereich wichtig, also alle Eingänge des Reitplatzes unbedingt zumachen. Denn zur Abwechslung ist der Reiter einmal nicht der „Pilot“, sondern nur Passagier. Je nachdem wie du dich wohlfühlst, kannst du ganz normal auf deinem Pferd sitzen, dich am Sattel abstützen oder dich ein bisschen an der Mähne festhalten. Wichtig ist, dass du der Bewegung deines Pferdes geschmeidig folgen kannst. Die Zügel lässt du lang. Du gibst eine Gangart vor – bei winterlichen Verhältnissen am besten Schritt oder Trab – die Richtung ist Entscheidung des Pferdes. Du greifst nur ein, wenn dein Pferd die Gangart ändert, ansonsten versuchst du dich anzupassen und allen Wendungen zu folgen.

Warum: Diese Übung überlässt dem Pferd eine gewisse Verantwortung (Gangart beibehalten), lässt ihm aber auch Freiheit (Richtung selbst bestimmen). Das erhöht die Selbstverantwortlichkeit des Pferdes und stärkt die Beziehung zwischen Pferd und Reiter. Außerdem ist es eine gute Übung für einen balancierten Sitz. Wenn man einmal nicht damit beschäftigt ist, alles unter Kontrolle zu haben, kann man sich viel besser auf Sitz und Harmonie konzentrieren.

 

  1. Ausritt bei Lampenlicht

Für einen kleinen Ausritt im Dunkeln sollte man eine gut bekannte Strecke wählen, die im Idealfall keine befahrenen Straßen beinhaltet. Pferde und Reiter sollten aber trotzdem mit reflektierenden Signalbändern/Lichtern sichtbar gemacht werden. Auf den Kopf (des Reiters) kommt eine Stirnlampe, die sich das Pferd natürlich vorher ansehen darf, damit es sich nicht von dem Lichtkegel erschreckt. So ausgerüstet steht einem Schrittausritt im Dunkeln nichts im Weg – schneller sollte aber nicht geritten werden, da man nie wissen kann, was sich im Gelände seit dem letzten Ausritt verändert hat.

Warum: Wenn Boden und Temperatur vertretbar sind und nur die frühe Dunkelheit einem Ausritt im Wege steht, ist ein abendlicher Ausritt durchaus eine nette Möglichkeit, um auch unter der Woche ins Gelände zu kommen – und eine tolle Erfahrung für Mensch und Tier. Die Pferde gewöhnen sich rasch an die Beleuchtung – sie selbst sehen ja im Dunkeln weitaus besser als wir.

 

  1. Bodenarbeit

Der Winter ist eine tolle Zeit um sich mit Bodenarbeit zu beschäftigen – idealerweise natürlich mit einem guten Trainer an der Seite. Ist gerade kein Trainer zur Verfügung, sind einfache Führübungen, wie Halten und flüssiges Rückwärtsrichten, ein paar Tritte Seitwärtstreten oder ein Slalom, schon eine tolle Sache. Bereits das verbessert Koordination und Bewegung des Pferdes und zeigt dir, wie gut dein Pferd dich versteht und dir vertraut. Umso weniger Aufwand du betreiben musst, um dein Pferd in die gewünschte Richtung zu „schicken“, desto besser wird eure Kommunikation. Wenn das gut klappt, kannst du auch verschiedene Gegenstände wie Stangen, Bälle, Planen und Pylonen mit einbauen. Was auch immer die

Bodenarbeit für dich und dein Pferd interessanter macht und gleichzeitig deinem Pferd die Angst vor neuen Dingen nimmt, hat einen super Trainingseffekt.

Warum: Jede Form der Bodenarbeit, ob Zirzensische Lektionen oder Natural Horsemanship, hat das Ziel, Kommunikation und Beziehung zwischen Mensch und Pferd zu stärken, das Pferd zu gymnastizieren und eine solide Basis für gerittene Lektionen zu schaffen. Es kann nur von Vorteil sein, sich und seinem Pferd die Chance zu geben, auch „Auge in Auge“ eine gute Beziehung aufzubauen und ihm neue Übungen und Gegenstände erst einmal vom Boden aus nahe zu bringen.

 

  1. Ohne Sattel reiten

Wer sich ohne Sattel wohlfühlt, hat es natürlich ganz ohne am wärmsten. Alternativen sind aber auch Barebackpads oder ein Fellsattel. Grundsätzlich kann man ohne Sattel natürlich genauso in allen Gangarten und verschiedene Lektionen reiten, das ist aber eine Frage der Übung. Du solltest dich immer wohlfühlen bei dem, was du gerade machst – wenn du dir unsicher bist, lieber im Schritt bleiben und es gemütlich angehen. Wenn du dich anspannst und verkrampfst, verfehlt die Übung ihr Ziel.

Warum: Auch wenn das Reiten ohne einen passenden Sattel auf Dauer für viele Pferde nicht ideal wäre – wenn man es gelegentlich ausprobiert, kann es einem viel über den eigenen Sitz und die Balance sagen – was dem Pferderücken auf Dauer gesehen wieder zu Gute kommt. Außerdem fühlt man ohne Trennung durch den Sattel die Wärme und Bewegung des Pferdes viel besser, gerade im Winter ein tolles Gefühl!

 

  1. Spazieren gehen

Für einen Spaziergang kann man, je nachdem womit man sich am wohlsten fühlt, das Pferd mit Halfter, Knotenhalfter oder Trense ausstatten dazu Zügel oder einen Führstrick, und los geht’s. Wichtig ist, dass die Dominanz im Vorfeld geklärt wurde und das Pferd sich ordentlich führen lässt. Natürlich kann auch jederzeit ein/e Freund/in mit einem zweiten Pferd mitkommen.

Warum: Großer Vorteil eines Spazierganges: Man selbst bewegt sich ordentlich und wärmt sich damit auf. Dadurch ist spazieren gehen die ideale Lösung für einen richtig kalten Tag. Weiters kann das Pferd sein eigenes Körpergewicht viel leichter ausbalancieren als mit Reiter – und kommt daher mit rutschigem Boden besser zurecht. Außerdem macht ein flotter Spaziergang den Kopf frei und ist daher eine tolle Alternative, wenn man sich einfach gemeinsam mit dem Pferd entspannen möchte.

 

  1. Tiefschnee stapfen

Dein Pferd ist einige Tage nicht so viel rausgekommen und es hat gerade viel geschneit? Die perfekte Gelegenheit für einen Tiefschneeritt zum Auspowern! Natürlich braucht man aber erst die Erlaubnis des betreffenden Landwirts, bevor man (auch im Schnee!) über irgendwelche Felder reitet. Tiefschneereiten ist eine tolle Sache, aber besonders im Trab und Galopp muss man sich drauf einstellen, dass die Aktion um einiges höher ausfällt als gewohnt. Für ein älteres oder untrainiertes Pferd sollte man die höhere Anstrengung unbedingt miteinberechnen und im Tiefschnee langsamer bzw. nicht zu weit reiten um es nicht zu überfordern.

Warum: Das Schneestapfen ist ultimatives Fitnesstraining fürs Pferd, da es die Beine viel weiter anheben und den Schnee wegschieben muss. Außerdem macht es einfach Spaß, quer durch die weiße Pracht zu reiten und ist zusätzlich noch richtig gesund für die Hufe.

 

  1. Gemeinsam sein

Wann immer wir zu unserem Pferd kommen, wollen wir etwas von ihm. Meistens wollen wir es reiten, longieren, putzen, führen – manchmal soll es brav bei Hufschmied oder Tierarzt stehen oder sonst irgendetwas für uns machen. Wann nehmen wir uns Zeit um einfach mal nur „da zu sein“? Such dir einen Platz, wo dein Pferd frei laufen kann und du nicht durch andere freilaufende Pferde gefährdet bist. Stell oder setz dich irgendwo hin und mach einfach gar nichts. Lass dein Pferd das machen, was es jetzt gerade machen will, wenn es zu dir kommt, streichle es, wenn es wieder geht, dann ist das auch in Ordnung. Beobachte es, nütze die Gelegenheit, um dein Pferd besser kennenzulernen und genieß einfach das Zusammensein.

Warum: Unsere Erwartungshaltung prägt unsere Beziehung zu Pferden und überträgt sich auch auf sie – Pferde lernen schnell, dass immer etwas von ihnen erwartet wird, sobald ihr Mensch auftaucht, und das kann auf Dauer richtig frustrierend sein. Mit dieser Übung durchbricht man sein eigenes Muster und beweist seinem Pferd dass man nicht ganz so vorhersehbar ist, indem man das Unerwartete macht. Nämlich nichts. Und uns ewig gehetzten Menschen tut es gut ab und zu einen Gang runterzuschalten und uns auf das zu besinnen, was unser Hobby Pferd eigentlich sein soll – eine Gelegenheit zum Abschalten und Entspannen!

 

  1. Reiten mit Musik

Reiten zu Musik ist eine tolle Abwechslung im täglichen Training. Dazu einfach iPod oder Handy mit einem Lautsprecher am Reitplatz aufstellen, Musik aussuchen und eine angenehme Lautstärke wählen, die gut hörbar, aber nicht zu laut ist. Wem das zu viel Aufwand ist, der kann stattdessen auch einfach Kopfhörer verwenden. Je nachdem was man gerade vorhat, sollte die ausgewählte Musik beruhigend, motivierend oder aufmunternd sein. Da man ja gemeinsam mit dem Pferd Spaß haben möchte, sollten es aber auf jeden Fall eher fröhliche Musikstücke sein.

Warum: Was machen wir, wenn wir uns zum Joggen aufraffen wollen? Als erstes die Musik einschalten! Musik motiviert, bringt den Körper in Schwung und gibt uns einen Rhythmus vor. Da ist es doch gleich nur mehr halb so kalt draußen! Am tollsten ist es natürlich, wenn das Pferd daran teilhaben kann und man die Musikquelle von außen gleich noch als Desensibilisierung für z. B. Turnierlautsprecher nutzen kann. Aber schon allein die positive, rhythmische Schwingung des Reiters überträgt sich bestimmt auch aufs Pferd!

 

Diesen Artikel findet ihr übrigens auch HIER auf der sehr empfehlenswerten Pferdeplattform propferd.at. 

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